Reisekrankheiten Südamerika – Rotavirus

Juli 7th, 2006

Rotavirus

Eine Infektion mit Rotaviren bei Erwachsenen verläuft normalerweise problemlos. Anders bei Kleinkindern! Kinder bis zu zwei Jahren sind besonders gefährdet, Rotavirus gehört zu den häufigsten Ursachen für Säuglingssterblichkeit.

  1. Ansteckung über den “fäkal-oralen Weg” (mehr sage ich lieber nicht dazu)
  2. Symptome
    Hauptsächlich starker Brech-Durchfall, andere Symptome sind selten
  3. Rotavirus Therapie
    Kleinkinder brauchen meistens Infusionen, um den starken Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Da wird ein Krankenhausaufenthalt meist unumgänglich.
  4. Schutz
    Noch keine Impfung möglich, jedoch soll es demnächst einen Impfstoff geben.

Tropische Reisekrankheiten – Dengue

Juli 7th, 2006
  1. Ansteckung
    Die Ansteckung erfolgt über die sogenannte “Tigermücke”, ein auffälliger, schwarz-weiß gestreifter Moskito, der sich in jedweder Art von stehendem, klaren Gewässer entwickelt. Dengue wird in Südamerika zunehmend zum Problem, denn früher gab es nur wenig Brutstätten für Mücken, da die meisten Gewässer fließend waren (und auch wesentlich fischreicher). Heute werden tajamares angelegt, Zierteiche, Stauseen, oder man läßt einfach Eimer, Büchsen, Dosen oder andere Behälter offen draußen stehen – und holt sich damit das Problem selbst ins Haus.
  2. Symptome und Verlauf der Dengue
    Nach einem infektiösen Stich durch die Überträgermücke kann es nach zwei bis sieben Tagen (sog. “Inkubationszeit”) zu ersten Krankheitserscheinungen kommen. Das Dengue-Fieber ist eine zunächst grippeähnliche Erkrankung mit hohem Fieber, bei der einzelne oder mehrere der folgenden Symptome vorherrschen: Kopf-, Glieder-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Juckreiz an Handflächen und Fußsohlen, Abgeschlagenheit, Schwindel, schweres Krankheitsgefühl. Ebenfalls auffällig, aber nicht immer vorhanden, sind ein relativ niedriger Pulsschlag und ein typischer Hautausschlag zu Krankheitsbeginn, der sich im Verlauf ändert. Charakteristisch für den Krankheitsverlauf ist eine zweimalige Fieberphase von zunächst relativ kurzer Dauer und subjektiv vollständiger Genesung, der häufig eine zweite Fieberphase für drei bis vier Tage folgt. Bei vielen Patienten wird eine nur sehr zögerliche Erholung und deutliche Stimmungsschwankungen für die Phase der Genesung ein Problem. Hat man einmal Dengue-Fieber durchgemacht, so ist man trotzdem i.d.R. nicht gegen eine neue Infektion geschützt. Als seltene Komplikation kann es zu Blutungen kommen: sog. Dengue-Hämorrhagisches Fieber, DHF
  3. Dengue Therapie
    Da Dengue “selbsteliminierend” ist, wird im Normalfall nur Schmerzmedikation und viel trinken (mehr als der Durst verlangt!) verordnet. Viele Patienten benötigen bei einer Dengue-Infektion Pflege durch andere Personen. Ein Bekannter von mir aus Obligado fuhr vor etwa 5 Jahren nach Asunción, um sich evtl. einer Ohrenoperation wg. seiner zunehmenden Schwerhörigkeit zu unterziehen. Die Operation konnte nicht durchgeführt werden; statt dessen steckte sich der arme Mensch mit Dengue an. Er hat mir gesagt, daß er nie in seinem Leben solche Schmerzen durchgestanden hat wie während dieser Erkrankung. ACHTUNG! Bei wiederholter Ansteckung mit Dengue besteht die Gefahr einer Infektion mit DHF(hämorrhagischem Dengue), bei der Spontanblutungen auftreten können. Diese Form von Dengue ist lebensbedrohlich! Personen, die bereits eine Dengue-Infektion hinter sich haben, sollten daher lieber auf die Einnahme von Aspirin verzichten, wenn sie in gefährdete Gebiete kommen.
  4. Dengue Schutz
    Eine Impfung gegen Dengue, das durch 4 verschiedene Virenarten hervorgerufen wird, gibt es nicht! Man tut daher gut daran, in gefährdeten Gebieten (am besten herumfragen, ob es in der Gegend in letzter Zeit Infektionen gab) unter einem Moskitonetz oder mit Ventilator zu schlafen, sich mit langärmliger Kleidung zu schützen und Mückenschutz aufzutragen.

Reisekrankeiten Südamerika – Hepatitis A

Juli 7th, 2006

Hepatitis Hepatitis A kommt  ziemlich häufig in Südamerika vor.

  1. Ansteckung
    Durch Kontakt mit infizierten Personen oder Lebensmitteln.
  2. Symptome und Verlauf der Krankheit
    Hepatitis A Patienten leiden hauptsächlich an Bauchschmerzen, Fieber und Durchfällen. Die Krankheit kann sich schlimmstenfalls über mehrere Monate hinziehen, verläuft aber meistens “harmlos” und wird auch nicht chronisch. Obwohl offensichtlich nicht alle Patienten “ergelben”, ist die Infektion doch häufig an den gelben Augen erkennbar.
  3. Hepatitis Therapie
    Da eine Hepatitis ja eine Leberentzündung ist, muß man vor allem auf seine Ernährung achten, z.B. unbedingt fettarm essen, um das Organ nicht zusätzlich zu belasten. Alkohol muß ebenfalls unbedingt gemieden werden.
  4. Schutz
    Der sicherste Schutz gegen Hepatitis A und B ist die Impfung. Leider sind viele Deutsche ja ausgesprochene “Impfmuffel”, aber man tut sich wirklich selbst keinen Gefallen, wenn man hier ein Risiko eingeht. Es ist eine Deutsche bekannt und eines überzeugte Impfgegnerin, bekam die Infektion prompt, als sie sowieso gerade gesundheitlich angeschlagen war. Ihr ist es daraufhin wirklich sehr schlecht gegangen und sie hat Monate gebraucht, sich wieder davon zu erholen.